
Greening the 2010 FIFA World CupTM: Das Green Goal-Konzept als Katalysator für nachhaltige Stadtentwicklung?
Perspektiven zum Green Goal 2010 Programm der Stadt Kapstadt im Kontext der FIFA Weltmeisterschaft 2010 und die Relevanz von internationaler Entwicklungszusammenarbeit
“In the end we will conserve only what we love. We will love only what we understand. We will understand only what we are taught.”
(Baba Dioum, Senegalese Environmentalist)
“Cities need hidden spaces and exposed spaces, rough spaces and smooth spaces, loud spaces and silent spaces – spaces where people remember, experience, contest, appropriate, get scared, make things, lose things, and generally become themselves.”
(CABE Space 2005)
Südafrika wird in diesem Jahr als 16. Land, und als erstes Afrikanisches Land, die FIFA Weltmeisterschaft 2010 austragen. Als eine einmalige Mega-Sportveranstaltung mit globaler Dimension, vergleichbar mit den Olympischen Spielen 2008 in Beijing, bringt sie Südafrika eine besondere Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Im Kontext von ausgesprochen dynamischen Verstädterungsprozessen in der Post-Apartheid und großen sozio-ökonomischen Disparitäten stellt die Austragung einer solchen Mega-Veranstaltung des Gastgeberlandes in Hinblick auf eine nachhaltige und effektive Stadtverwaltungspolitik vor besondere Chancen und Herausforderungen. Fußball gehört heute in Südafrika neben Rugby und Kricket zu den beliebtesten Sportarten. Im Kontext der bevorstehenden FIFA WM 2010 kann Fußball als politisches Instrument das Potential haben, den Nachhaltigkeitsbegriff an ein breites Publikum zu vermitteln und sich auf diese Weise katalysierend auf eine nachhaltige Stadtentwicklung auswirken.
Die Gastgeberstadt Kapstadt ist eine Stadt in Transformation in wirtschaftlicher, politischer wie in sozialer Hinsicht. Sie gehört neben Johannesburg, Pretoria, Durban oder Port Elizabeth zu den größten Metropolen Südafrikas. Gleichzeitig zählt sie mit ihrem einzigartigen Pflanzenreich und Nationalparks zu den anfälligsten und sensibelsten Ökosystemen urbaner Räume. Der Erhalt eines stabilen (urbanen) Ökosystems stellt die Stadtverwaltungen auf verschiedene Weise vor große planerische Herausforderungen. Umweltverschmutzung hat die natürlichen Lebensräume bereits stark geschädigt und viele Pflanzenarten gehören infolge von Abfällen, Buschbränden und Luftverschmutzung zu den bedrohten Arten. Wasserressourcen werden knapp. In den Entsorgungssystemen mangelt es häufig an Effizienz und der Raum für Deponien nimmt rapide ab. Die ökologische Realität sieht dabei lokal sehr unterschiedlich aus, denn Kapstadt steht außerdem großen sozioökonomischen Disparitäten gegenüber. Ein starkes Wohlstandsgefälle, ethnisch-räumliche Segregation und eine lokal sehr unterschiedliche Infrastrukturausstattung verlangen nach einem politischen Programm, das auf verschiedene Entwicklungsrealitäten gleichzeitig eingeht.
Im Kontext der FIFA Weltmeisterschaft 2010 implementierte die Stadtverwaltung von Kapstadt hierzu das “Green Goal 2010 Programme”, umgesetzt durch das Department für Umwelt und Ressourcen Management (Environmental Resource Management Department, ERMD), um das ökologische Gesamtprofil zu verbessern und um Maßnahmen zur (ökologischen) Schadenbegrenzung effektiv zu steuern. Das Programm formulierte dabei klare Nachhaltigkeits-Richtlinien auf allen Ebenen der Event Planung. Die insgesamt 41 Projekte des Host City of Cape Town Green Goal Action Plan stellen die notwendigen Maßnahmen dar, um die FIFA WM 2010 zu einem „grünen Event“ zu gestalten und vor allem um ein nachhaltiges Erbe für Kapstadt zu hinterlassen. Dabei hat sich die Stadt nicht nur eine “Begrünung” des urbanen Raumes zum Ziel gesetzt, sondern vor allem auch die Minimierung lokaler und globaler ökologischer Auswirkung durch die Austragung der Weltmeisterschaft. Diese Ziele sind in verschiedenen Programmen zur Stadt-”Verschönerung” integriert, die einerseits den Erhalt eines indigenen Ökosystems fördern. Andererseits fokussieren die Programminhalte eine Verbesserung der CO2-Bilanz durch Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Wassereffizienz, zur Verbesserungen in der Transport- und Abfallinfrastruktur, und durch Kampagnen zur Sensibilisierung für eine nachhaltige Lebensweise und nachhaltigen Tourismus.
Im Rahmen einer Diplomabschlussarbeit im Studiengang Geographie soll eine qualitative Analyse während und unmittelbar nach der Austragung der WM-Spiele in Kapstadt Aufschluss über die Grenzen und Möglichkeiten des Green Goal- Konzepts für eine nachhaltige Stadtentwicklung geben. Ausgangspunkt meiner Untersuchung ist die in der Vergangenheit viel und kontrovers diskutierten Annahme, dass die Austragung einer FIFA Weltmeisterschaft generell spürbare politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische, positive wie negative, Auswirkungen in Hinblick auf die Entwicklung eines Landes, einer Region bzw. einer Stadt hat. Das Green Goal-Konzept als ein junges politisches Maßnahmenprogramm könnte dabei ein geeignetes politisches Instrument sein, um diese Auswirkungen effektiv zu steuern und möglicherweise einen langfristig positiven Gesamteffekt für die Entwicklung einer Region im Kontext von internationalen Sport-Megaveranstaltungen bewirken. Genauer folge ich der übergeordneten Frage:
Inwiefern kann das Green Goal 2010 Programm Kapstadts im Kontext der FIFA Weltmeisterschaft 2010 ein Katalysator für eine nachhaltige Stadtentwicklung sein?
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt außerdem auf der Vielzahl von nationalen und internationalen Kooperationen und Akteuren, die im Zusammenhang mit dem Green Goal Programm geschlossen wurden. Im speziellen also:
Welche Relevanz bekommt internationale Entwicklungszusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Green Goal 2010 Programm?
Dieser Blog soll bei der Beantwortung dieser und anderer Fragen als Dokumentation und offenes Forum dienen. Vor allem aber möchte ich hier meinen persönlichen Eindruck hinter und vor den Kulissen der FIFA WM in Kapstadt teilen und “andere” Perspektiven aufzeigen.
Sarah Piel
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Greening the 2010 FIFA World CupTM: The Green Goal Concept as Catalyst for Sustainable Urban Development?
Lessons learnt from the Green Goal 2010 Programme of the City of Cape Town in Context of Hosting the 2010 FIFA World CupTM and the Relevance of International Development Cooperation
“In the end we will conserve only what we love. We will love only what we understand. We will understand only what we are taught.”
(Baba Dioum, Senegalese Environmentalist)
“Cities need hidden spaces and exposed spaces, rough spaces and smooth spaces, loud spaces and silent spaces – spaces where people remember, experience, contest, appropriate, get scared, make things, lose things, and generally become themselves.”
(CABE Space 2005)
The City of Cape Town is one of the largest metropolitan cities in South Africa, but also one of the most vulnerable and sensitive floral kingdoms. South Africa will become the sixteenth country, and the first-ever African country, to host the FIFA World Cup. The FIFA World Cup 2010 is a one-time sporting mega-event with a global dimension, comparable with the latest Olympic Games in Bejing, which brings South Africa the attracting interest of the world public. However, in the context of a post-apartheid dynamic urbanisation process and socio-economic disparities the holding of a mega-event in South Africa, respectively in Cape Town, brings out particular challenges for a sustainable and effective urban management. In this respect the ways how the concept of Green Goal 2006 can be sustainably transferred in the situation of Cape Town and how the World Cup as an international mega-event may catalyses the urban development become remarkable issues.
The municipality undertook the Greening 2010 Programme, initiated and executed by the Department of Environmental Resource Management, to improve the environmental profile of Cape Town and manage the process of impact reduction. The city aims not only at greening the area but also at minimising local and global environmental consequences of the World Cup. It will be involved in a programme of beautification, which includes the restoration of indigenous ecosystems, but more of the focus will be on minimising its carbon footprint through energy and water efficiency measures and enhanced transport and waste management facilities and on promoting sustainable lifestyles by citizens and visitors.
What are the individual hopes, expectations and doubts of the South Africans towards the 2010 World Cup? How will the South Africans get a long-term benefit from this mega-event? How can a stereotypical, post-colonial, European perspective about issues of Africa be changed by focusing on the first-ever African country, which hosts the 2010 World Cup? What does the term “sustainability” means and how can it be measured?
This Blog is going to be not only a travel diary but a communication platform for everyone who wants to exchange some ideas and perspectives in an interactive way…